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Warnung vor Abzocke mit Einträgen in Firmenregister

EU Business Register Abzock-E-Mail

Derzeit werden wieder vermehrt Emails an Gewerbebetreibende von einem "EU BUSINESS REGISTER" verschickt. In der Email wird dem Empfänger eine Gratis-Kontrolle der eigenen Unternehmensdaten in einem offiziellen EU-Verzeichnis suggeriert.

Hier handelt es sich um Bauernfängerei eines Unternehmens mit Postfach in THE NETHERLANDS.

Bei genauerer Durchsicht des Ordertextes entpuppt sich die „Datenkontrolle“ als teurer Auftrag. Für EUR 995 sollen pro Jahr für den Eintrag auf der Website des EU Business Register gezahlt werden. Die Order geht auf 3 Jahren Bindefrist bei automatischer Verlängerung jeweils um ein Jahr. Macht in Summe EUR 2.985 – ein echtes Schnäppchen.

Leider nur für das EU Business Register Selbstverständlich hat dieser Eintrag keinerlei Nutzen für den „Kunden“ (besser: Das Opfer) und dient bestimmt nicht der erhofften Geschäftsanbahnung.

Dabei ist die Abzocke sogar schlecht umgesetzt. Üblicherweise finden sich auf dem Formular ja sogar schon die eigenen Unternehmensdaten, soweit sie aus dem Firmenbuch ersichtlich sind. Das verleitet noch mehr zur „Ergänzung“, die dann natürlich immer etwas kostet.

Aber es gibt tatsächlich ein European Business Register. Die Ähnlichkeit zwischen dem betrügerischen EU Business Register mit einer Postfach-Adresse in ZEIST/ THE NETHERLANDS und dem tatsächlich existierenden European Business Register (siehe auch Wikipedia) ist kein Zufall. Die Verwechslungsgefahr ist natürlich erwünscht, um das Schreiben authentisch wirken zu lassen. Und das Formular ist sogar mit der echten Abkürzung EBR benannt.

Ein Blick auf die Website unter der Domain www eubusinessregister com reicht aus, um schnell festzustellen, dass es sich hierbei um kein seriöses Businessregister handelt.

 

Was mache ich mit der Order?

Ganz einfach: Ignorieren und löschen.

Aber: ich habe es schon abgeschickt!

Bitte holen Sie in jedem Fall juristischen Rat vom Anwalt ein.

Die übliche Erfahrung ist, dass solche Unternehmen immer mehrmals warnen, aber fast nie klagen. Daher eher nicht einzahlen. Ausnahmen gibt es aber. Bei einem Gerichtsverfahren ist der Ausgang ungewiss, da Sie als Unternehmerin verpflichtet sind, Dokumente genau zu lesen, bevor Sie unterschreiben.

Ob die Aufmachung des EBR-Schreibens irreführend genug ist, ist fraglich. Vielleicht ja, vielleicht nein. Aber wie gesagt, lohnt sich das Prozessrisiko für Unternehmen wie das EU-Business Register normalerweise auch nicht.

Quelle: anwalt.de (Rechtsanwalt Karl-Heinz Steffens - Rechtsanwaltskanzlei Steffens, Berlin)